Weitere kontrazeptive Methoden

WELCHE KONTRAZEPTIVE METHODE IST FÜR SIE AM BESTEN?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Verhütung; sie haben jeweils unterschiedliche Vorteile. Welche am besten zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation und auch von Ihrer Einstellung ab:

  • Antibabypillen/Orale Kontrazeptiva
  • Kondome
  • Coitus interruptus (das „Aufpassen“)
  • Natürliche Familienplanung
  • Intrauterinpessare
  • Barriere-Methoden für die Frau
  • Spermizide
  • Hormonimplantate und -spritzen
  • Laktationsamenorrhö-Methode
  • Sterilisation

ANTIBABYPILLEN/ORALE KONTRAZEPTIVA

Empfängnisverhütende Pillen gehören zu den weltweit am häufigsten verschriebenen Arzneimitteln; dabei enthalten moderne orale Kontrazeptiva, sogenannte Kombinationspräparate, sehr niedrige Mengen an synthetischem Gestagen und Östrogen (beide sind weibliche Hormone). Die sogenannten Antibabypillen oder einfach nur „Pillen“ sind sehr effektive Verhütungsmittel – unter der Voraussetzung, dass sie korrekt und regelmäßig eingenommen werden. Wenn das so ist, liegt die Wirksamkeit der Pille bei mehr als 99%. Die Einnahme der Pille beeinflusst die Qualität des Geschlechtsverkehrs nicht. Antibabypillen sind für die meisten Frauen verträglich; jedoch sollten bei kardiovaskulären Erkrankungen (also bei Erkrankung im Bereich des Herzens und der Gefäße) sowie bei Frauen, die über 35 Jahre alt sind und/oder stark rauchen, Kombinationspräparate nicht angewendet werden – für diese Fälle gibt es rein gestagenhaltige Pillen als orale Methode. Wenn Sie Informationen über die Verfügbarkeit oder die Zusammensetzung der hormonellen Kontrazeptiva erhalten möchten, ist Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt oder Ihre Apotheke der beste Ansprechpartner. Sie können sich auch im Internet auf Seiten wie dieser informieren.

KONDOM

Die meisten Kondome bestehen aus dünnem Latexgummi – einige auch aus tierischem Gewebe oder aus Polyurethan. Sie sind trocken erhältlich, mit einem Gleitmittel auf Wasserbasis oder mit einem Spermizid. Bei richtiger und konsequenter Anwendung während jedem Geschlechtsverkehr sind Kondome sehr sicher. Allerdings sind sie in der Praxis weniger effektiv als Antibabypillen. Kondome haben weder Einfluss auf das Stillen noch hormonelle Nebenwirkungen. Aus medizinischer Sicht gibt es keine Beschränkung für die Anwendung dieses Verhütungsmittels, außer bei einer Latexallergie. Neben der Schwangerschaftsverhütung bieten Latexkondome auch einen wirksamen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Anders gesagt: Kondome können vor sexuell übertragbaren Krankheiten, die durch Hautkontakt übertragen werden, nicht schützen, wenn die infizierten Bereiche nicht durch das Kondom abgedeckt werden.

Trotz der hohen Sicherheit der Kondome sind Paare, die sie regelmäßig verwenden, weniger erfolgreich bei der Vermeidung einer ungewollten Schwangerschaft als Anwender anderer Verhütungsmittel. Studienergebnisse lassen vermuten, dass eher das Anwendungsverhalten der jeweiligen Person und nicht das Kondom als solches für die meisten Fälle von Kondomversagen verantwortlich ist – zum Beispiel durch nicht ganz sachgemäße oder falsche Verwendung, Risse im Kondom.

Eine Schwangerschaft trotz der Kondomverwendung kann eintreten, wenn:

  • Sie das Kondom nicht überziehen, bevor der Geschlechtsverkehr beginnt.
  • Das Kondom reißt – das passiert nicht, wenn Sie mit dem Kondom sanft umgehen und es vermeiden, mit Ringen, Fingernägeln oder andere spitzen Gegenständen hängenzubleiben.
  • Sie Öl-basierte Gleitmittel wie Vaseline, Körperöle, Cremes oder Lotionen verwenden – diese können bei Latex-Kondomen Löcher verursachen.

COITUS INTERRUPTUS / DAS „AUFPASSEN“

Der Coitus interruptus, auch das „Aufpassen“ oder der „unterbrochene Geschlechtsverkehr“ genannt, bedeutet, dass der Mann seinen Penis aus der Scheide seiner Partnerin zieht, bevor er ejakuliert. Das „Aufpassen“ ist in der Regel ein Glücksspiel: Der Mann muss in der Lage sein, jedes Mal den Geschlechtsverkehr zu unterbrechen, bevor er zum Höhepunkt (und damit zur höchsten Befriedigung) kommt; auch für die Frau endet der Sex, bevor sie ihren Orgasmus erreichen kann. Der Coitus interruptus ist daher keine optimale Methode zur regelmäßigen Empfängnisverhütung.

NATÜRLICHE FAMILIENPLANUNG

Bei der natürlichen Familienplanung, die auch „Kalendermethode“ oder wissenschaftlich „Knaus-Ogino-Verhütungsmethode“ genannt wird, dürfen die Paare während der fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus der Frau nicht miteinander schlafen. Bei dieser Verhütungsmethode kann eine einzelne oder eine Kombination von Techniken angewendet werden, um den Beginn und das Ende der fruchtbaren Tage herauszubekommen. Die natürliche Familienplanung kann sehr effektiv sein, wenn sich das Paar entsprechend informiert und/oder beraten wird, und wenn es genug motiviert ist, ungeschützten Geschlechtsverkehr für eine oder mehrere Wochen im Monat zu meiden. Bei vielen Frauen hat diese Methode wegen ihres hohen ‚Timing-Anspruchs‘ jedoch versagt. Die natürliche Familienplanung hat keine negativen körperlichen Nebenwirkungen.

INTRAUTERINPESSARE

Intrauterinpessare, besser bekannt als Spiralen, sind kleine flexible Metall- und/oder Kunstoffteile, die eine Schwangerschaft verhindern, wenn sie von der Frauenärztin/vom Frauenarzt in die Gebärmutter der Frau eingesetzt werden. Das Wort „intrauterin“ bedeutet „im Mutterleib“. Die Spirale ist für die meisten Frauen ein sicheres und effektives Mittel für eine langfristige Verhütung, die auch wieder rückgängig gemacht werden kann. Sie ist vor allem für Frauen geeignet, die bereits Kinder bekommen haben. Spiralen können auch als Notfallverhütungsmittel verwendet werden. Etwa 15% der sexuell aktiven Frauen – rund 150 Millionen Frauen – nutzen derzeit Spiralen, die aufgrund ihrer guten und langanhaltenden Wirkung beliebt sind. Intrauterinpessare sind bei jungen Frauen, die noch keine Kinder bekommen haben, nicht einfach einzuführen. Und insbesondere junge, sexuell aktive Frauen müssen auf sexuell übertragbare Krankheiten (STD) untersucht werden, bevor ihnen eine Spirale eingesetzt wird.

BARRIEREMETHODEN FÜR DIE FRAU (DIAPHRAGMA, PORTIOKAPPE, FEMIDOM, VERHÜTUNGSSCHWAMM)

Barrieremethoden für die Frau sind Verhütungsmittel, die von Frauen vor dem Sex in der Vagina platziert werden, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Mechanische Barrieremittel sind das Diaphragma (auch Pessar genannt), die Portiokappe und das Femidom. Chemische Barrieremittel sind unter dem Begriff Spermizide bekannt. Und der Verhütungsschwamm gehört sowohl zu den mechanischen als auch zu den chemischen Barrieremitteln.

Barrieremethoden eignen sich für Frauen, die kein Problem damit haben, das Verhütungsmittel kurz vor dem Geschlechtsverkehr oder während des Geschlechtsverkehrs einzusetzen; außerdem brauchen sie jedes Mal ausreichend Zeit ganz für sich allein für das Einsetzen und Entfernen des Mittels und sie müssen die Einführungstechnik beherrschen.
Unter der Voraussetzung einer richtigen und konsequenten Anwendung können Barrieremethoden sehr sicher sein. Jedoch sind im Allgemeinen die Zahlen ungewollter Schwangerschaften bei Barrieremethoden im Vergleich zu vielen anderen Methoden hoch; Frauen, für die eine Schwangerschaft ein ernsthaftes (Gesundheits)Problem darstellen würde, sollten sich für eine effektivere Methode entscheiden.

Barrieremethoden bieten einen wichtigen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) und können auch in dem Fall angewendet werden, wenn der Partner sich weigert, Kondome zu benutzen.

Das Diaphragma ist eine schalenförmige Kappe aus Latex, die den Gebärmutterhals und einen Teil der Scheidenwand abdeckt und dort durch einen flexiblen Rand festgehalten wird.
Die Portiokappe ist ein kleines Gummiteil, das eng um den Muttermund gestülpt wird.
Das Femidon, auch Kondom für die Frau genannt, ist eine Art Mantel aus dünnem, transparentem, weichem Kunststoff, den die Frau in ihrer Vagina vor dem Sex platziert. Das Femidom hat zwei Ringe: einen flexiblen abnehmbaren Ring am geschlossenen Ende mit einer Einführhilfe und einen größeren flexiblen Ring am offenen Ende, der außerhalb der Vagina bleibt, um auch die äußeren Genitalien zu schützen.
Verhütungsschwämme sind natürliche Meeresschwämme, die in Spermizide getränkt und vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt werden; sie haben sozusagen schon eine lange Karriere hinter sich und sind im Laufe der Geschichte der Empfängnisverhütung schon oft eingesetzt worden. Diese Methode ist im Lauf der Zeit immer wieder aktualisiert und verfeinert worden. Die Schwämme der heutigen Zeit bestehen aus kleinen Schaum (Polyurethan)-Schwämmen und sind mit einer Art Spermizid versehen. Der Schwamm erzeugt eine physische Barriere zwischen Samen und Gebärmutterhals und fängt das Sperma auf; durch das eingesetzte Spermizid wirkt er auch chemisch (s.u.). Derzeit stehen in einigen Ländern drei empfängnisverhütende Schwämme zur Verfügung; sie bieten für 12 bis 24 Stunden Schutz vor einer Empfängnis.

SPERMIZIDE

Spermizide sind chemische Produkte, die vor dem Sex in die Vagina eingeführt werden müssen und das Sperma in seiner Beweglichkeit behindern oder abtöten. Oft werden Spermizide zeitweise von Paaren genutzt, die sich noch nicht für eine langfristige Verhütung entschieden haben oder die nur selten Geschlechtsverkehr haben. Spermizide gibt es in unterschiedlichen Formen: Salben, Gele, Zäpfchen, Schaumtabletten, Sprays oder Plättchen. Übrigens sind viele Kondome schon vor ihrer Herstellung her mit Spermiziden eingecremt. Wichtig: Nur in Kombination mit mechanischen Barrieremethoden können Spermizide eine maximale Sicherheit bieten.

HORMONIMPLANTATE UND -SPRITZEN

Empfängnisverhindernde Implantate bestehen aus hormonhaltigen Kapseln, die unter die Haut des Oberarms der Frau eingesetzt werden. Verhütende Spritzen enthalten synthetische Hormone (ähnlich wie bei den Antibabypillen), die durch intramuskuläre Injektion verabreicht werden.

LAKTATIONSAMENORRHÖ-METHODE

Die Laktationsamenorrhö-Methode (LAM) ist eine Methode natürlicher Familienplanung, die von stillenden Frauen angewendet werden kann. LAM kann eine sehr sichere Methode sein, wenn die Frau nach der Geburt noch keine Periode hat, ausschließlich stillt (d.h.- dem Säugling keine zusätzliche Nahrung gibt) und das Kind jünger als 6 Monate alt ist. Die Effektivität liegt bei stillenden Frauen während der ersten 6 Monate nach der Geburt bei 98-99%.

STERILISATION

Sterilisation der Frau

Die Sterilisation der Frau ist eine nicht umkehrbare Verhütungsmethode für Frauen, die keinen Kinderwunsch mehr haben. Die Methode erfordert lediglich einen einfachen chirurgischen Eingriff. Die beiden häufigsten Ansätze der Sterilisation bei der Frau sind die Minilaparotomie, die in der Regel unter örtlicher leichter Betäubung durchgeführt wird, und die Laparoskopie, die eine Vollnarkose erfordert. Die Sterilisation hat keinen Einfluss auf das Stillen oder den späteren Geschlechtsverkehr und ist frei von den Nebenwirkungen, die mit anderen modernen Methoden verbunden sind.

Sterilisation des Mannes

Die männliche Sterilisation (Vasektomie) ist eine permanente Verhütungsmethode für Männer, die keine Kinder mehr haben wollen. Die Vasektomie ist ein einfacher chirurgischer Eingriff, bei dem unter lokaler Betäubung die Samenleiter im Hodensack durchtrennt werden. Das verhindert die Vermischung von Spermien mit der Samenflüssigkeit. Die männliche Sterilisation ist keine Kastration denn sie hat keinen Einfluss auf die Hoden. Nach einer Vasektomie ejakulieren Männer fast die gleiche Menge an Samenflüssigkeit, aber eben ohne Spermien, die für die Befruchtung einer Frau notwendig sind.

Zur Sterilisation bei der Frau bzw. beim Mann kann man sagen: Sie wirkt sich nicht auf die sexuelle Fähigkeit oder den Sexualtrieb aus.

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